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Samuraikultur der Moderne

Die Zeit der Samurai kam nicht von ungefähr. Es war eine Gegenbewegung zu dem allgemeinen Verfall von Sitten und Gebräuchen in der Mitte des 16. Jahrhunderts in Japan, so wie auch in Europa. Dort waren es die edlen Ritter, die ein Gegengewicht zur herrschenden Ungerechtigkeit und Willkür bildeten.

Bereit sein, etwas zu tun

Die Bürgerkriege und ständigen Konflikte, der damit einhergehende Verfall der Umgangsformen und der Rückfall in die Barbarei brachten für den Einzelnen die Notwendigkeit mit sich, erst einmal für sich selbst und die ihm Nahestehenden zu sorgen – bis sich Einige auf das Verbindende und Gemeinsame besannen und für Recht und Ordnung eintraten.

Dies formte Menschen wie eben die Samurai und die Ritter, die den Wahnsinn ihrer Zeit erkannten und etwas dagegen zu unternehmen bereit waren; Männer und Frauen, die dem sinnlosen Tun ein Ende bereiten wollten, indem sie das als richtig Erkannte lebten und in ihrem Tun umsetzten.

Doch es ging ihnen nicht um die ‚Ordnung um der Ordnung willen‘, sondern sie suchten nach grundsätzlicher Einsicht in das Wesen der Welt, sie suchten nach Selbsterkenntnis jenseits von Ichhaftigkeit.

Die Antwort auf die Fragen der Zeit in sich selbst finden

Sie schulten sich, vor allem in ihrem Geist, zu Menschen, die Tatkraft, energische Entschlossenheit, die Fähigkeit intuitiv richtig zu handeln, den Mut zu unüblichen Unternehmungen und die Fähigkeit, aktiv zu werden und zu sein mit der Versenkung in den Geist und dem Streben nach Vollendung verbanden.

Wobei ‚verbunden’ nicht das richtige Wort ist, denn für sie war es Eins. Sie suchten die Antwort auf die Zeit weder in gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Konzepten, noch in der Politik oder einer Religion, sondern in sich selbst.

Betrachten wir unsere Zeit heute, dann ist es wieder an der Zeit für den Geist der Samurai und der Ritter. Wieder liegen die Menschen in dauernden Konflikten miteinander, wobei sich dieser immer weiter auf Wirtschaft und Industrie verlagert. Viele Menschen fühlen sich als machtlose Opfer, einer Welt ausgeliefert, die sie glauben nicht beeinflussen können.

Die Zeiten haben sich geändert, die ‚Probleme’ nicht

Heute werden die Konflikte nicht mehr zwischen feudalen Herrschern ausgetragen, oft nicht einmal mehr zwischen Nationen, sondern zwischen Interessengruppen, Verbänden, Organisationen und wirtschaftlichen Gruppierungen.

Die ‚Waffen’, die dabei verwendet werden, sind ungemein subtiler als früher mit der Folge, dass viele den Zusammenhang zwischen Wirtschaft und den zunehmenden Konflikten in der Welt nicht sehen oder sie wollen ihn einfach nicht wahrhaben.

Diese ‚modernen’ Konflikte sind auf schleichende Weise dabei, unser aller Lebensgrundlage zu zerstören. Und das sehr, sehr nachhaltig. Zeit also, etwas zu tun. Und das heißt, bei sich anzufangen. Dabei geht es keinesfalls darum, ein singuläres Problem zu lösen, sondern es geht darum, endlich zu sehen, was ist.